Anlagentechnik & Fertigung

Innovative Lösung zur Optimierung der Auftragsmengen von Trennmitteln

Innovative Lösung zur Optimierung der Auftragsmengen von Trennmitteln

In der Betonwarenindustrie steht Nachhaltigkeit längst nicht mehr nur auf dem Papier – sie muss sich im täglichen Betrieb beweisen. Die Finke GmbH aus Detmold hat genau hier angesetzt und eine Sprühleistentechnologie entwickelt, die eines der am meisten unterschätzten Einsparpotenziale in der Produktion adressiert: die präzise Dosierung von Trennmitteln.

Das Problem: Zu viel Trennmittel, zu wenig Kontrolle

Neue Produktionsanlagen für die Betonwarenindustrie werden standardmäßig mit Sprühleisten geliefert, die ihren Zweck grundsätzlich erfüllen – die Beauftragung von Trennmittel auf Unterlagsplatten. Was dabei jedoch häufig auf der Strecke bleibt, ist die präzise Kontrolle der aufgetragenen Menge. Viele Sprühleisten tragen schlicht zu viel Material auf, weit mehr als für den Einsatzzweck tatsächlich notwendig wäre.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Die meisten Anlagen arbeiten mit unterschiedlichen Vorschubgeschwindigkeiten, abhängig vom jeweiligen Produkt und dem Umlauf. Herkömmliche Sprühleisten berücksichtigen dies nicht – die Düsen tragen unabhängig vom Vorschub immer dieselbe Menge auf. Das klingt zunächst unproblematisch, hat aber erhebliche Konsequenzen. Bei schnellerem Vorschub wird zu wenig Trennmittel aufgetragen, die Trennwirkung lässt nach, und Produkte beginnen auf den Unterlagen zu haften. Das Lösen dieser Aufbauten ist aufwändig und kostspielig. Bei langsamem Vorschub hingegen wird zu viel Material verschwendet – ohne jeden Mehrwert für die Produktqualität.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Betonsteinhersteller ihre eigenen Auftragsmengen gar nicht genau kennen und lediglich über den Jahreseinkauf erfassen, wie viel Material insgesamt verbraucht wurde. Eine gezielte Steuerung ist so kaum möglich.

Was die Zahlen zeigen

Bei einer Standardanlage mit vier Düsen und einer Unterlagsplatte der Größe 1.400 × 1.100 mm werden in 30 Sekunden rund 921 Gramm Trennmittel aufgetragen. Bei einer Vorschubgeschwindigkeit von 400 mm/Sekunde entspricht das 84,4 Gramm pro Platte. Läuft dieselbe Anlage mit 1.000 mm/Sekunde, sinkt die Auftragsmenge auf 33,8 Gramm – eine Differenz von über 50 Gramm pro Platte.

Im 1-Schicht-Betrieb mit 1.500 Platten täglich und 200 Produktionstagen im Jahr ergibt das einen jährlichen Trennmittelbedarf von rund 25.320 kg bei der höheren Auftragsmenge gegenüber nur 10.140 kg bei optimierter Dosierung. Bei einem Literpreis von 2,00 Euro bedeutet das einen jährlichen Kostenunterschied von über 32.000 Euro – allein durch die Anpassung der Auftragsmenge an die tatsächlichen Erfordernisse. Von der ökologischen Entlastung ganz zu schweigen.

Die Lösung: Intelligente Sprühleiste von Finke

Die Geschäftsführer der Finke GmbH, Michael und Ingo Finke, haben sich diesem Problem bereits vor einigen Jahren angenommen und eine Sprühleiste mit hochwertiger Steuerung und eigenem System entwickelt. Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll: Die Steuerung passt die Auftragsmenge automatisch an die jeweilige Vorschubgeschwindigkeit an – die aufgetragene Menge bleibt damit konstant, egal wie schnell oder langsam die Anlage läuft.

Hochmoderne, regelbare Düsen erlauben dabei Auftragsmengen von bis zu unter 10 Gramm pro Unterlagsplatte, sofern das vom Kunden gewünscht wird. Die Anlage ist kompakt konstruiert und lässt sich auch dort installieren, wo wenig Platz zur Verfügung steht – in den gezeigten Beispielen standen der Finke GmbH lediglich 35 cm Einbautiefe zur Verfügung.

Einfache Montage, schnelle Amortisation

Ein weiterer praktischer Vorteil: Die Sprühleiste wird im Werk in Detmold bereits vollständig vormontiert geliefert. Der Kunde muss sie vor Ort lediglich aufstellen – aufwändige Montagearbeiten entfallen. In einem dokumentierten Kundenfall dauerte die gesamte Montage nach Angaben des Betreibers rund drei Stunden.

Die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb sprechen für sich. Ein Kunde beschreibt es so: Die Einstellung sei sehr einfach und bedienerfreundlich gewesen – lediglich Vorschubgeschwindigkeit und Wunschmenge mussten eingegeben werden. Der Wechselzyklus des Trennmittelbehälters verlängerte sich von zwei Wochen auf fünf bis sechs Wochen. Die Anschaffungskosten hätten sich bereits in weniger als einem Jahr allein durch die Einsparung an Trennmittel amortisiert.

Fazit: Kleine Stellschraube, große Wirkung

Die Optimierung der Trennmittelauftragsmenge ist ein Paradebeispiel dafür, wie technische Präzision und wirtschaftliches Denken Hand in Hand gehen. Was auf den ersten Blick wie ein Detail wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als erheblicher Kostenfaktor – und gleichzeitig als unnötige Umweltbelastung. Die Lösung der Finke GmbH adressiert dieses Problem mit einer ausgereiften, praxiserprobten Technologie, die sich schnell rechnet und einfach zu bedienen ist.

Für Betonwerke, die ihre Produktionskosten senken und gleichzeitig nachhaltiger wirtschaften wollen, lohnt sich ein genauer Blick auf die eigene Sprühtechnik – und auf das, was täglich unnötig durch die Düsen geht.

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